Hand- und Handgelenksverletzungen bei Kindern: Ein Leitfaden für Eltern
Die Hand ist bei Kindern der am häufigsten verletzte Körperteil. Die Behandlung von Knochenbrüchen bei Kindern unterscheidet sich von der bei Erwachsenen, da sich die Knochen von Kindern im Wachstum befinden. Dieses Wachstum ist ein großer Vorteil, da es viele Fehlstellungen nach einem Knochenbruch von selbst korrigieren kann.
Die häufigsten Verletzungsarten
Fingerkuppenverletzungen: Das Einklemmen eines Fingers in der Tür ist ein typischer Unfall für kleine Kinder. Selbst bei einem Bruch ist es oft am wichtigsten, den Zustand des Nagelbetts zu überprüfen und es gegebenenfalls zu behandeln.
Frakturen der Fingerbasis und der Mittelhandknochen: Verletzungen sind bei älteren Kindern häufig und werden meist ohne Operation mit Taping, einer Schiene oder einem Gipsverband behandelt.
Frakturen im Handgelenkbereich: Frakturen des unteren Teils der Speiche, insbesondere solche, die durch Stürze verursacht werden, sind sehr häufig.
Frakturen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern
Manche Knochenbrüche verlaufen schleichend und erfordern fast immer eine spezialisierte Behandlung oder einen chirurgischen Eingriff:
Seymours Bruch: Ein Bruch, der durch die Wachstumslinie der Fingerspitze verläuft, wobei die Nagelwurzel im Bruchspalt verbleiben kann.
Bruch des Fingerhalses: Der gebrochene Teil kann sich bis zu 180 Grad drehen. Wird er nicht behandelt, schränkt dies die Beweglichkeit des Fingers dauerhaft ein.
Intraartikuläre Frakturen: Oft ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, um die Gelenkfläche vollständig zu glätten.
Verdrehungen (Rotationsfehler): Im Gegensatz zu Winkelfehlern, Das Wachstum korrigiert die Krümmung des Knochens nicht.. Deshalb ist es wichtig zu überprüfen, ob sich die Finger beim Beugen in die richtige Richtung biegen (die Nägel in die gleiche Richtung zeigen).
Arten von Handgelenksfrakturen und deren Behandlung
Der Arzt wird anhand des Röntgenbildes die Art des Bruchs bestimmen. Die Behandlung richtet sich nach der Art des Bruchs:
| Bruchtyp | Beschreibung | Typische Behandlung |
| Torusfraktur | ”Faltenbildung” der Knochenschale, eine stabile Verletzung. | Ein Stützverband, eine Schiene oder ein Gipsverband, der hauptsächlich zur Schmerzbehandlung dient. |
| Grünstock (Weidenstock) | Der Knochen bricht nur auf einer Seite und verbiegt sich. | Neupositionierung und Verputzen. |
| Kreuzbruch | Der Knochen ist vollständig gebrochen, oft mit Verkürzung. | Richten und Verputzen. |
| Wachstumslinienbruch | Der Bruch erstreckt sich bis zu der Linie, die dem Wachstum der Wirbelsäule entspricht. | Sorgfältige Positionierung; Vermeidung unnötiger Versuche, Wachstum zu sichern. |
Die Bedeutung des Wachstums für die Erholung
Das Alter des Kindes ist ein entscheidender Faktor für die Behandlung:
Unter 10 Jahren: Das Potenzial für die Skelettreparatur (Remodellierung) ist ausgezeichnet. Beispielsweise kann im Handgelenk ein erheblicher Winkelfehler (bis zu 30–35 Grad) toleriert werden, da das Wachstum den Knochen im Laufe der Zeit begradigt.
Über 10 Jahre und Teenager: Da das Wachstumspotenzial geringer ist, lässt sich die Bruchstelle genauer bestimmen. Die Behandlung orientiert sich an den Prinzipien der Behandlung von Erwachsenen.
Wann ist eine Operation notwendig?
Obwohl die meisten Verletzungen mit einem Gipsverband ausheilen, ist ein chirurgischer Eingriff (z. B. kleine Stiche oder eine Öffnung) erforderlich, wenn:
Auf der Gelenkfläche befindet sich eine Kerbe.
Der Bruch weist einen signifikanten Torsionsfehler auf.
Die Bruchstelle ist so instabil, dass sie nicht allein mit einem Gipsverband fixiert werden kann.
Hierbei handelt es sich um eine Wachstumsfugenverletzung, die das normale Knochenwachstum in der Zukunft gefährdet.
Übersicht über Handverletzungen in der Kinderhandchirurgie (Version 2014)
https://bin.yhdistysavain.fi/1607320/KmxJWwsTh84H17vAox0p0Y0pGK/sot1-14_lasten_kaden_ja_ranteen.pdf